Verschwörungserzählungen, Theorien, oder Ideologien - wovon sprechen wir eigentlich?

Warum sprechen wir von Verschwörungs-erzählungen?

Vielleicht ist euch schon aufgefallen, dass wir hier bei #checkdiefakten von Verschwörungserzählungen sprechen. Es gibt aber auch noch einige andere Begriffe, die stattdessen verwendet werden. Nämlich Verschwörungstheorien, Verschwörungsmythen oder auch Verschwörungsideologien. Hier erklären wir euch, was die einzelnen Begriffe bedeuten und warum manche von ihnen gar nicht so passend sind.

Verschwörungstheorie

Am häufigsten hört ihr wahrscheinlich den Begriff “Verschwörungstheorie”. Obwohl er wirklich oft verwendet wird, ist es auch der schwierigste und ungenaueste Begriff. Um zu erklären, warum das so ist, schauen wir uns erstmal die Bezeichnung “Theorie” an. Im Duden wird der Begriff so erklärt:

Theorie, die
System wissenschaftlich begründeter Aussagen zur Erklärung bestimmter Tatsachen oder Erscheinungen und der ihnen zugrunde liegenden Gesetzlichkeiten

 

Eine Theorie ist also immer wissenschaftlich belegt, also nachgewiesen. Nur wenn das der Fall ist, können mit ihr verschiedene Dinge oder Abläufe erklärt werden. Das ist bei Verschwörungserzählungen aber nicht der Fall, da sie nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen beruhen. Richtige Theorien können außerdem jederzeit wissenschaftlich widerlegt werden. Genau das ist es auch, was die Forschung ausmacht. Denn neue Forschungen führen dazu, dass Theorien sich ändern und dass es zu neuen Erkenntnissen kommt.
Wie ihr durch unsere Ausführungen hier wisst, ist das bei Verschwörungserzählungen nicht so. Denn die können ja gar nicht voll und ganz bewiesen werden, weil sie im Geheimen passieren – das behaupten zumindest die Leute, die sie verbreiten. Außerdem beruhen sie oft nicht auf wissenschaftlich bewiesenen Fakten. Denn wissenschaftliche Erkenntnisse werden, von den Leuten die die Erzählungen verbreiten, grundsätzlich abgelehnt.

Verschwörungsideologie

Vor allem auf Internetseiten für Erwachsene oder in wissenschaftlichen Büchern über Verschwörungen ist die Rede von “Verschwörungsideologien”. Der Duden beschreibt eine Ideologie so:

Ideologie, die
an eine soziale Gruppe, eine Kultur o. Ä. gebundenes System von Weltanschauungen, Grundeinstellungen und Wertungen

 

Was hier sehr kompliziert klingt, bedeutet, dass eine Ideologie viel weiter geht als eine einzige Erzählung. Ideologien bestimmen zum Beispiel die Ansicht von Menschen über die Welt oder auch deren Einstellung zu grundsätzlichen Themen. Die Ansichten, die diese Menschen vertreten, werden von ihnen nicht hinterfragt, sondern als gegeben hingenommen, selbst wenn sie falsch sind. Zum Beispiel kann so eine Behauptung sein, dass manche Menschen besser sind als andere, allein wegen ihrer Hautfarbe. Das ist natürlich Quatsch, aber diese Behauptung wird von Leuten, die daran glauben, nie hinterfragt. Im Gegenteil: sie nehmen diese Behauptung als Grundlage für ihre Verschwörungserzählungen. Man kann also sagen, Verschwörungsideologien beschreiben ein kompliziertes System von Zusammenhängen. Wir sprechen zum Beispiel dann von Verschwörungsideologien, wenn sich mehrere Erzählungen zu einer Ansicht bündeln.

Verschwörungsmythos

Wie auch eine Ideologie, ist ein Mythos eine umfassendere Art einer Verschwörungserzählung. Im Duden wird der Mythos so definiert:

Mythos, der
Überlieferung, überlieferte Dichtung, Sage, Erzählung o. Ä. aus der Vorzeit eines Volkes (die sich besonders mit Göttern, Dämonen, Entstehung der Welt, Erschaffung der Menschen befasst)

 

Auch wenn nicht alle Verschwörungsmythen aus geschichtlichen Erzählungen stammen, sagt diese Definition uns schon viel. Denn hier ist die Rede von einer “überlieferten Dichtung” oder “Erzählung”. Das bedeutet, dass Menschen sich eine Geschichte immer wieder erzählt, sie also überliefert haben. Das ist so ähnlich, wie beim Spiel “Stille Post”. Wenn ihr das mit Freund*innen spielt, und verschiedene Begriffe in deren Ohren flüstert, verstehen sie oft ganz andere Sachen, als ihr eigentlich gesagt habt. Wenn man eine ganze Geschichte auf diese Art weitererzählt, schleichen sich natürlich große Fehler ein. So kann es dann passieren, dass Verschwörungsmythen entstehen. Außerdem ist noch wichtig zu wissen, dass so verschiedene Versionen von einer Erzählung in Umlauf geraten. Dadurch wird dann eine Erzählung, die von Anfang an falsch war, mit vielen anderen Details gespickt und so verbreitet.

Verschwörungserzählung

Sicher wisst ihr, was eine Erzählung ist. Trotzdem auch hier nochmal die Definition aus dem Duden:

Erzählung, die
anschauliche schriftliche oder mündliche Darstellung, Wiedergabe eines Geschehens

 

Ähnlich wie bei einem Mythos, ist auch eine Erzählung nicht wirklich nachvollziehbar. Es handelt sich um eine “Darstellung”. Expert*innen sprechen besonders von Verschwörungserzählungen, weil aus diesem Begriff klar wird, dass die Geschichte nicht wirklich nachvollziehbar ist. Und genau das beschreibt die Erzählungen der Verschwörer*innen sehr gut. Denn es gibt nicht zu allen Teilen von Verschwörungserzählungen Beweise. Deshalb lest ihr auch hier auf #checkdiefakten von “Verschwörungserzählungen” als Überbegriff. 

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Verschwörungstheorie

Am häufigsten hört ihr wahrscheinlich den Begriff “Verschwörungstheorie”. Obwohl er wirklich oft verwendet wird, ist es auch der schwierigste und ungenaueste Begriff. Um zu erklären, warum das so ist, schauen wir uns erstmal die Bezeichnung “Theorie” an. Im Duden wird der Begriff so erklärt:

Theorie, die
System wissenschaftlich begründeter Aussagen zur Erklärung bestimmter Tatsachen oder Erscheinungen und der ihnen zugrunde liegenden Gesetzlichkeiten

 

Eine Theorie ist also immer wissenschaftlich belegt, also nachgewiesen. Nur wenn das der Fall ist, können mit ihr verschiedene Dinge oder Abläufe erklärt werden. Das ist bei Verschwörungserzählungen aber nicht der Fall, da sie nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen beruhen. Richtige Theorien können außerdem jederzeit wissenschaftlich widerlegt werden. Genau das ist es auch, was die Forschung ausmacht. Denn neue Forschungen führen dazu, dass Theorien sich ändern und dass es zu neuen Erkenntnissen kommt.
Wie ihr durch unsere Ausführungen hier wisst, ist das bei Verschwörungserzählungen nicht so. Denn die können ja gar nicht voll und ganz bewiesen werden, weil sie im Geheimen passieren – das behaupten zumindest die Leute, die sie verbreiten. Außerdem beruhen sie oft nicht auf wissenschaftlich bewiesenen Fakten. Denn wissenschaftliche Erkenntnisse werden, von den Leuten die die Erzählungen verbreiten, grundsätzlich abgelehnt.

Verschwörungsideologie

Vor allem auf Internetseiten für Erwachsene oder in wissenschaftlichen Büchern über Verschwörungen ist die Rede von “Verschwörungsideologien”. Der Duden beschreibt eine Ideologie so:

Ideologie, die
an eine soziale Gruppe, eine Kultur o. Ä. gebundenes System von Weltanschauungen, Grundeinstellungen und Wertungen

 

Was hier sehr kompliziert klingt, bedeutet, dass eine Ideologie viel weiter geht als eine einzige Erzählung. Ideologien bestimmen zum Beispiel die Ansicht von Menschen über die Welt oder auch deren Einstellung zu grundsätzlichen Themen. Die Ansichten, die diese Menschen vertreten, werden von ihnen nicht hinterfragt, sondern als gegeben hingenommen, selbst wenn sie falsch sind. Zum Beispiel kann so eine Behauptung sein, dass manche Menschen besser sind als andere, allein wegen ihrer Hautfarbe. Das ist natürlich Quatsch, aber diese Behauptung wird von Leuten, die daran glauben, nie hinterfragt. Im Gegenteil: sie nehmen diese Behauptung als Grundlage für ihre Verschwörungserzählungen. Man kann also sagen, Verschwörungsideologien beschreiben ein kompliziertes System von Zusammenhängen. Wir sprechen zum Beispiel dann von Verschwörungsideologien, wenn sich mehrere Erzählungen zu einer Ansicht bündeln.

Verschwörungsmythos

Wie auch eine Ideologie, ist ein Mythos eine umfassendere Art einer Verschwörungserzählung. Im Duden wird der Mythos so definiert:

Mythos, der
Überlieferung, überlieferte Dichtung, Sage, Erzählung o. Ä. aus der Vorzeit eines Volkes (die sich besonders mit Göttern, Dämonen, Entstehung der Welt, Erschaffung der Menschen befasst)

 

Auch wenn nicht alle Verschwörungsmythen aus geschichtlichen Erzählungen stammen, sagt diese Definition uns schon viel. Denn hier ist die Rede von einer “überlieferten Dichtung” oder “Erzählung”. Das bedeutet, dass Menschen sich eine Geschichte immer wieder erzählt, sie also überliefert haben. Das ist so ähnlich, wie beim Spiel “Stille Post”. Wenn ihr das mit Freund*innen spielt, und verschiedene Begriffe in deren Ohren flüstert, verstehen sie oft ganz andere Sachen, als ihr eigentlich gesagt habt. Wenn man eine ganze Geschichte auf diese Art weitererzählt, schleichen sich natürlich große Fehler ein. So kann es dann passieren, dass Verschwörungsmythen entstehen. Außerdem ist noch wichtig zu wissen, dass so verschiedene Versionen von einer Erzählung in Umlauf geraten. Dadurch wird dann eine Erzählung, die von Anfang an falsch war, mit vielen anderen Details gespickt und so verbreitet.

Verschwörungserzählung

Sicher wisst ihr, was eine Erzählung ist. Trotzdem auch hier nochmal die Definition aus dem Duden:

Erzählung, die
anschauliche schriftliche oder mündliche Darstellung, Wiedergabe eines Geschehens

 

Ähnlich wie bei einem Mythos, ist auch eine Erzählung nicht wirklich nachvollziehbar. Es handelt sich um eine “Darstellung”. Expert*innen sprechen besonders von Verschwörungserzählungen, weil aus diesem Begriff klar wird, dass die Geschichte nicht wirklich nachvollziehbar ist. Und genau das beschreibt die Erzählungen der Verschwörer*innen sehr gut. Denn es gibt nicht zu allen Teilen von Verschwörungserzählungen Beweise. Deshalb lest ihr auch hier auf #checkdiefakten von “Verschwörungserzählungen” als Überbegriff. 

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